Das Leben, das wir haben

»Ich plädiere also für diese ganze verrottete Gegenwart. Sie ist unsere einzige Gelegenheit. Sie ist das Leben, das wir haben. Sie und keine andere birgt den Stoff, um unsere Kräfte zu entwickeln.« Christina Thürmer-Rohr schrieb diesen Satz Mitte der 1980er Jahre zwischen Nato-Nachrüstungsdebatte, der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl und den Bundestagswahlen 1987, die die christlich-liberale Regierungskoalition unter Führung …

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feministische studien – Ein Schlaglicht und ein Glückwunsch

Die 1982 entstandene Zeitschrift feministische studien erscheint bald im 35. Jahr. Mehrmaligen Verlagswechseln und kontrovers geführten Debatten um den Namen zum Trotz blieb dieser. feministische studien heißt die Zeitschrift bis heute. Der thematische Bogen der Hefte war und ist weit gespannt: Geschlechterverhältnisse in einzelnen Ländern wurden analysiert, Care und Sorgeverhältnisse, Frauenbewegungen und Neuer Feminismus, Queerness, …

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Think we must; we must think

Die Arbeiten der Biologin und feministischen Wissenschaftstheoretikerin Donna Haraway sind bis heute prominent mit der Figur der Cyborg assoziiert, der Hauptprotagonistin ihres berühmten „Manifest für Cyborgs“ (1985). Haraway votierte hier dafür, die Naturwissenschaften sowie technologische Entwicklungen in ihren Ambivalenzen, das heißt Gefahren und Chancen, ernst zu nehmen und zum elementaren Bestandteil feministischer Theoriebildung und Forschung …

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45 Jahre kleine Strafrechtsreform in Österreich: „Normalisierung“ von Homosexualität und aktuelle Debatten

  Am 17. August 1971 fiel in Österreich das gesetzliche Totalverbot von gleichgeschlechtlichen Handlungen. Kriminalisiert waren sowohl Handlungen zwischen Frauen als auch zwischen Männern, wobei Sexualität zwischen Frauen weniger ernst genommen wurde, weshalb die Verfolgung vor allem Männer betroffen hatte. Das Verbot wurde im Zuge der so genannten „Kleinen Strafrechtsreform“ unter der damaligen sozialdemokratischen Minderheitsregierung …

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Wissenschaft und Aktivismus – Judith Butler in Köln

In Zeiten globaler Schieflagen und Konflikte werden wir Zeug_innen von vermehrten Ab- und Ausgrenzungen. Hier ist die Wissenschaft nicht nur als beschreibende, analysierende Instanz gefordert. Vielmehr ist sie dazu aufgerufen, sich dieser Phänomene anzunehmen und sich in den laufenden Diskursen zu verorten. Schon Wochen vor Ihrer Ankunft zierten Plakate mit Judith Butlers Gesicht die Gänge …

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„Einfach nur privatistisch Intimitäten ausplaudern, kann nicht zielführend sein.“

Wir gratulieren Carolin Emcke zum Erhalt des diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels! Die Schriftstellerin und Journalistin ist eine engagierte Stimme im feministischen und queeren Sinne. Ihre Arbeiten thematisieren immer wieder die unhintergehbare Verwundbarkeit und Entmenschlichung, zu der wir ebenso fähig sind, wie die Gesprächs- und Anerkennungspotenziale, die wir als Menschen auch haben.  Im Heft 1/2014 …

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More Love – Less Hate

In den USA gab es wieder ein Attentat. 50 Menschen sind gestorben, mindestens ebenso viele verletzt. Als Westeuropäer_innen sind wir diese Nachrichten gewohnt, die Amis halt, alles Waffenverrückte da drüben. Dieser Zynismus greift schon wie ein Automatismus, genauso wie die Erklärungen der NRA zur Wichtigkeit des zweiten Verfassungszusatzes und die mantra-ähnlichen Wiederholungen des scheidenden Präsidenten …

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